Selbstverwahrte Wallets
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Die sogenannten Stablecoins sind eine der wichtigsten Einstiegsmöglichkeiten in den Bereich der Kryptowährungen, aber die kommenden Stablecoin-Vorschriften könnten insbesondere eine Kryptowährung vor erhebliche Herausforderungen stellen:  Tether.

Die meisten Leute verwenden Stablecoins, um ihr herkömmliches Geld (sogenannte Fiat-Währungen) in Bitcoin, Ethereum oder sogar SHIB (Bitte tu das nicht!) umzuwandeln. Was viele Kryptowährungsinvestoren jedoch vielleicht nicht wissen, ist die Tatsache, dass Stablecoins gar nicht so „stabil“ sind, wie sie erscheinen. 

Ein Bericht des „Wall Street Journal“ wirft ein Schlaglicht auf die Art und Weise, auf welche Art und Weise die Biden-Regierung mit der Regulierung von Stablecoins beginnen könnte – und das könnte vor allem einem Emittenten größere Probleme bereiten:  Tether (USDT). 

Was sind Stablecoins?

Im Kern handelt es sich bei den sogenannten Stablecoins um Kryptowährungen, die als Brücke zwischen den Welten der Fiat- und der Kryptowährungen fungieren sollen. Sie tun dies in der Regel, indem sie den Wert eines jeden Tokens mit einem realen Vermögenswert, meist mit dem US-Dollar (USD), unterlegen.  Dies ermöglicht es den Tradern, die mit Kryptowährungen handeln, diese Stablecoins gegen echtes Geld einzulösen. Die Stablecoins stellen somit eine wichtige Liquiditätsquelle für die Kryptowährungsmärkte dar. 

Man kann sich das so vorstellen, dass die Stablecoin-Betreiber wie eine dezentralisierte Finanzinstitution agieren. Der Unterschied liegt darin, dass sie keine Konten haben. Stattdessen kann jede Person jeden Token einlösen, unabhängig davon, woher sie ihn hat. 

Oberflächlich betrachtet erscheint diese Idee brillant. Sie bietet mehr Sicherheit für Kryptowährungs-Händler und stellt sicher, dass es immer einen Weg gibt, sein Geld wieder aus dem Ökosystem der Kryptowährungen herauszuholen. 

  • Es gibt dabei nur ein großes Problem: Woher weiß man, dass die Stablecoin-Unternehmer tatsächlich die Vermögenswerte besitzen, die sie zu besitzen vorgeben? 

Die US-Regierung hegt die Befürchtung, dass Stablecoins eine Finanzkrise auslösen könnten

Stablecoins sind in der Regel an den US-Dollar gekoppelt, sodass es nicht weiter überrascht, wenn sie jetzt näher unter die Lupe genommen werden. Viele Aufsichtsbehörden der Welt sind besorgt, dass Stablecoins im Falle eines Kippens des Kryptomarktes anfällig für das Äquivalent eines sogenannten Bankensturms sein könnten. 

Ein solcher Ansturm auf die Ausgänge aus dem System würde die Sponsoren zwingen, ihre Vermögenswerte zu sehr niedrigen Preisen zu verkaufen – und dies könnte das Finanzsystem erheblich belasten und einen Kaskadeneffekt auslösen. 

Für eine solche Situation gibt es bereits einen Präzedenzfall. Während des Crashs im Jahre 2008 stürzten viele Geldmarktfonds, die normalerweise als relativ sichere Anlageformen gelten, plötzlich steil ab. Ihr Absturz zwang die Regierung dazu, diese Fonds zu stützen, um einen vollständigen Zusammenbruch des Marktes zu verhindern.  

Theoretisch sollten Bankenstürme für die Stablecoin-Emittenten kein Problem darstellen. Wenn jeder Token 1:1 mit jeweils einem (1) physischen US-Dollar unterlegt ist, sollte selbst ein massiver Bankensturm sie nicht dazu zwingen, Vermögenswerte zu verkaufen. 

Die Herausforderung liegt aber darin, dass die Stablecoin-Unternehmen noch nicht dazu verpflichtet sind, ihre gesamten Bestände zu melden. Daher haben die Behörden keine Möglichkeit, zu erfahren, wie groß die Risiken sind, die sie darstellen könnten. 

Tether ist eine tickende Zeitbombe

Tether Ltd., das Unternehmen, das hinter Tether steckt, kontrolliert angeblich ein Vermögen von über 69 Milliarden US-Dollar. Damit wäre Tether in der Rangliste der größten Banken in den Vereinigten Staaten bereits auf Platz 43 angelangt. 

Trotz der Größe dieses Unternehmens weiß aber niemand, welche Vermögenswerte Tether Ltd. wirklich besitzt oder was das Unternehmen damit macht. Das Unternehmen war jedoch gezwungen zuzugeben, dass $USDT nur zu etwa 74% durch echte USD gedeckt ist. Die Realität ist aber noch viel schlimmer – doch dazu kommen wir gleich.  

Woher kommen die neuen USDT-Coins?

Eine 2019 veröffentlichte Studie kam zu dem Fazit, dass der Prägeplan von Tether mit einem Token übereinstimmt, der nur teilweise durch reale Reserven gedeckt ist. Diese Anschuldigungen wurden dann dazu verwendet, um die Theorie zu untermauern, dass Tether den Preis von Bitcoin künstlich stützen würde. 

Zeitweise wurden Behauptungen aufgestellt, dass die reale Deckung nochmals deutlich niedriger liege als bei 74 Prozent. Tether Ltd. wurde kürzlich dazu verurteilt, 41 Millionen Dollar zu zahlen, um die Vorwürfe zu klären, dass das Unternehmen gelogen haben solle, als es behauptete, seine digitalen Token seien vollständig durch Fiat-Währungen gedeckt. Diese Behauptung war in einem hohen Maße irreführend.

Zwischen Juni und September 2017 war Tether beispielsweise zu keinem Zeitpunkt mit mehr als 61,5 Millionen US-Dollar unterlegt, obwohl 442 Millionen Coins im Umlauf waren. Das entspricht einer US-Dollar-Hinterlegung von nur 13,9 %

Das wenige, was wir über die Finanzen von Tether wissen, zeichnet auch kein schöneres Bild der Lage. Es scheint, als ob Tether zumindest etwas von seinem Kapital an chinesische Unternehmen verliehen habe und dass es sich zahlreiche Kredite mit Hilfe von Bitcoins gesichert hat. 

Theoretisch ist das in Ordnung. Das Problem ist jedoch, dass niemand die genaue Gewichtung dieser Kredite kennt. Sollte auch nur eine Handvoll davon ausfallen, dann könnte dies eine Art „Kryptowährungs-Bankensturm“ auf Tether auslösen, der katastrophale Auswirkungen auf den Kryptowährungsmarkt haben könnte. 

Andere Stablecoin-Emittenten kooperieren mit den Regulierungsbehörden

Während Tether Ltd. im Dunkeln bleibt, wollen andere Unternehmen ins Licht treten. Circle Internet Financial Inc. hat zum Beispiel bereits seine Absicht erklärt, eine regulierte digitale Bank zu werden, noch bevor die USA überhaupt die ersten Schritte zur Regulierung unternommen haben. Diese Maßnahme würde die Berichterstattungspflichten für das Unternehmen erhöhen, würde es aber vertrauenswürdiger wirken lassen als Tether Ltd. 

Tethers eigene Aversion gegen die Offenlegung seiner Bücher sollte für die Kryptowährungsinvestoren ein Warnsignal sein. Anstatt alle Ihre Coins in einem Stablecoin-Korb zu halten, ist es vielleicht an der Zeit, seine Kryptowährungsanlagen zu diversifizieren. Sie sollten stets sicherzustellen, dass Sie mehrere Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten in die Welt der Fiat-Währungen haben – nur um gewappnet zu sein, falls der Ernstfall einmal eintreten sollte. 

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